Karte Niederschlesien, Ausschnitt aus: Knaurs Weltatlas, Karte Nr. 8 Nordostdeutschland 1:3500000, Berlin 1932
1932-09-27
Beerdigungsschein nach dem Sterberegister des evangelischen Pfarramtes Rackschütz.
Am 30. September 1932 wurde auf dem Kirchhof zu Rackschütz der Förster Heinrich Schmidt beerdigt. Alter: 73 Jahre.
Rackschütz, den 30. April 1934. Evang. Pfarramt.
Nachruf des Kreisausschusses im amtlichen Neumarkter Kreisblatt, 87. Jahrgang, Nr. 78, Mittwoch, 28. September 1932
Am Dienstag, dem 27. September d.Js., verschied im Alger von fast 74 Jahren der Förster und Standesbeamte Herr Heinrich Schmidt in Rackschütz.
13 Jahre hindurch, bis zu seinem Tode, bekleidete er das Amt des Standesbeamten; & Jahre, von 1924 bis 1930, war er Amtsvorsteher des Amtsbezirks Rackschütz. Er verwaltete diese Ehrenämter gewissenhaft und mit großem Pflichteifer. Die Verdienste des Verstorbenen, der sich allgemeiner Hochachtung erfreute, werden unvergessen bleiben. Sein Andenken wird auch in der Kreisverwaltung stets in Ehren gehalten werden.
Namens des Kreisausschusses des Kreises Neumarkt.
Der Vorsitzende. Unterschrift. Landrat.
1914
Der Forst- und Jagdschutzbeamte Heinrich Schmidt in Rackschütz wird hiermit als Sicherheitsbeamter zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bestellt und hat die Berechtigung während des Kriegszustandes Waffen und Patronen bei sich zu tragen.
Der Königliche Landrat. gez. Unterschrift, Regierungs-Assess.
1914-08-09
Erlaubniskarte für Herrn Sicherheitsbeamten Heinrich Schmidt in Rackschütz zum Befahren der Wege im Kreise Neumarkt mit seinem Fahrrad während der Dauer des Kriegszustandes.
Neumarkt, den 9. August 1914. Der Königliche Landrat.
[Rückseite:]
Personbeschreibung.
Alter 55 Jahr alt
Haare grau meliert
Augen blaugrau
Bes. Kennzeichen keine.
Unterschrift Heinrich Schmidt.
1919-06-20
An den Förster Herrn [Heinrich] Schmidt in Rackschütz.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Landrat. K.A.II. 3143
Anlage: Ernennungsurkunde vom 14. Juni 1919.
Neumarkt, den 20. Juni 1919.
Der Herr Regierungs-Präsident zu Breslau hat Sie durch Erlass vom 14. Juni 1919 - I.B. VI/1776 - zum Standesbeamten des Standesamtsbezirks Rackschütz ernannt.
Sie wollen sich an einem der nächsten Mittwoche Vormittags 11 Uhr zu Ihrer Verpflichtung für dieses Amt im hiesigen Kreisständehaus Zimmer Nr. 1 einfinden. Unterschrift.
1923-01-06
Verfügung. Frankenthal, den 6. Januar 1923.
Sämtliches Holz welches auf dem Dominium Rackschütz, an Chausseen, Wegen, Teichen, Auen, im Walde, im Park, Hofraum, auf Wiesen, Dämmen, in Büschen und auf dem Felde usw. genutzt wird, ist dem Förster [Heinrich] Schmidt zur Vermessung anzugeben.
Der Förster ist mir persönlich für die Richtigkeit der Vermessung verantwortlich.
Die Angabe über Holznutzung hat sowohl für das Holz zu erfolgen, welches in den Betrieben gebraucht wird, wie für das Holz, welches dem Verkauf durch mich vorbehalten bleibt. gez. von Kramsta.
1923-11-08
Forststelle der Landwirtschaftskammer. Abschrift.
Breslau, den 8. November 1923.
Bericht über die Bereisung von Frankenthal.
Die Bereisung der zur Herrschaft Frankenthal gehörigen Forsten habe ich am 27. Oktober ausgeführt.
Bei dem großen Brennholzbedarf der Güter wird der Eigenbedarf des Brennholzes kaum gedeckt werden können, sofern man nicht ausgesprochenes Nutzholz ins Brennholz schneiden will. Einiges Nutzholz wird bei den Kieferndurchforstungen im Revier Frankenthal anfallen. Um jedoch den Brennholzanfall nicht zu sehr einzuschränken, soll in diesem Jahre das Grubenholz erst bei einer Mindestlänge von 5 m und einem Mindestzopf von 8 cm ausgehalten werden. An Laubnutzholz wird in allen Revieren voraussichtlich mehr anfallen, als die Güter brauchen. Dieser Mehranfall soll auf Vorrat hingelegt werden, damit im nächsten Jahre für den Eigenbedarf weniger geschlagen werden braucht. Grundsätzlich habe ich mich bei der Aufstellung des Hauungsplanes von der Erwägung leiten lassen, dass der Frankenthaler Forst als Sparkasse zu betrachten ist, dass also nur das geschlagen wird, was mit Rücksicht auf die Bestandspflege geschlagen werden muß.
Die Vorarbeiten für die Kulturen sind beschleunigt in Angriff zu nehmen. Es handelt sich hauptsächlich um die Rajolstreifen in No. 152 für die Eichenstreifenpflanzung und in No. 119 für den Buchenunterbau. Die letztere Arbeit wird sich mit Gespann machen lassen, wodurch eine erhebliche Verbilligung erreicht wird.
Die Pflanzen, deren Ankauf erforderlich ist, sollen von Laqua, Deutsch-Lissa, Bez. Breslau, bezogen werden, damit eine Fracht überflüssig ist.
Die für die Weidenkultur erforderlichen Stecklinge werden ebenfalls durch die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer bei der von Wietersheim'schen Forstverwaltung in Neuhof Kreis Striegau bestellt werden. gez. Freitag.
7. Westlich 82 [diagonalgestrichene Null], 15. Revier Rackschütz. Anlage eines Weidenhegers, ca 60 cm tief rajolen, je Arbeitstag 15 qm und Einbringen der Stecklinge im Verband 20 : 30 cm 150 M Die Stecklinge sind aus Neuhof zu besorgen (Salix viminalis)
16. ca 12,00 ha Revier Rackschütz. Durchforstung des noch nicht durchforsteten Teils besonders Entnahme des gebogenen absterbenden Materials. Nutzholz 50 fm Reisig u. Derbbrennholz 130 rm.
[Handschriftlicher Zusatz:] Herrn Inspektor von Braun Rackschütz.
Zur Kenntnis u. Aushändigung an Förster [Heinrich] Schmidt. 4.1.24.
1924-12-22
Der Vorsitzende des Kreisausschusses, Landrat. K.A.I.4280
Neumarkt, den 22. Dezember 1924.
An Herrn Förster [Heinrich] Schmidt in Rackschütz.
Der Herr Oberpräsident der Provinz Niederschlesien hat durch Verfügung vom 11. Dezember 1924 - Nr. O.P.I.K.1062 - Ihre von dem Kreistag des Kreises Neurmarkt unterm 12. November d.Js. vorgenommene Wahl als Amtsvorsteher für den Amtsbezirk Nr. 23 Rackschütz bestätigt.
Der Herr Amtsvorsteher in Keulendorf ist ersucht worden Sie zu vereidigen. Unterschrift.
1931-11-07
Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Niederschlesien Breslau 10, den 7. November 1931, Tagebuch-Nr. F 9882/31
Herrn Förster [Heinrich] Schmidt, Frankenthal.
Bericht über die Bereisung der Rittergutsforst Frankenthal.
Die Bereisung von Frankenthal habe ich am 29. und 30. Okt. ausgeführt. In den Hauungsplan habe ich nur das zum Abtrieb vorgesehen, was für den Eigenbedarf benötigt wird und im Lokalbedarf absetzbar ist. Der ganze Dominialbedarf kann gedeckt werden bis auf die Leiterbäume. Auch das Kiefernnutzholz für Bretter kann, wie im Vorjahr, wieder aus dem Frankenthaler Walde entnommen werden, sofern man sich mit einer Stärke von 25 cm Mittendurchmesser aufwärts begnügt. Als Deichselstangen müssen auch Eichen und Buchen Verwendung finden, die ebenso gut geeignet sind wie Birken. Soweit das Stellmacherholz in der Umgebung nicht absetzbar ist, müßte es von den Gütern auf Vorrat hingelegt werden, da in den nächsten Jahren mit einer solch großen Menge von Stellmacherholz nicht mehr zu rechnen sein wird, sobald das Rüsternsterben und die Eschenrindenlaus nachgelassen haben.
Die Werbungskosten mußten entsprechend der allgemeinen Senkung der Löhne ebenfalls gesenkt werden und zwar habe ich festgesetzt:
je fm und je rm im Durchschnitt 1,30 RM
für das Gebund 4 1/2 Pfg.
für das Schneiden je Ztr. Weiden 45 Pfg.
Ich betone nochmals, daß in Rackschütz in diesem Jahre unbedingt im Akkord gearbeitet werden muß.
Im Kulturplan habe ich nur das Allernotwendigste eingesetzt. Die Hauptkulturarbeiten sind in Stusa und Rackschütz vorzunehmen und bestehen in der Anpflanzung der Blößen mit Erlen, die durch das Rüsternsterben und die Eschenrindenlaus verursacht sind. Pflanzenmaterial für die Kulturen ist genügend vorhanden. Für den Verkauf stehen noch zur Verfügung:
13000 v. Weißerlen 1,50 - 2,00 m
13000 v. Roterlen 0,80 - 1,50 m
Die Roterlen müssen jedoch nach der Größenklasse 65/100 cm und 100/140 cm durchgezählt werden. Die Forstabteilung wird sich bemühen, diese Erlen abzusetzen. Die Fichten, die verschult werden sollen, werden durch die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer besorgt. gez. Freitag.
1931-09-31
H.G. von Kramsta'sche Hauptverwaltung. 358/31/32
Frankenthal, den 30.9.1931. Einschreiben!
Herrn Förster [Heinrich] Schmidt, Rackschütz Krs. Neumarkt Schls.
Namens Herrn Rittergutsbesitzer von Kramsta kündigen wir Ihnen hiermit Ihre Stellung zum 1. Oktober zu Auflösung per 31. März 1932. Hochachtungsvoll. Unterschrift.
1932-04-02
H.G. von Kramsta'sche Hauptverwaltung
Frankenthal, den 2.4.32.
Herrn Förster [Heinrich] Schmidt Rackschütz Post Neumarkt Schl.
Geehrter Herr Schmidt! Teilen Sie uns bitte umgehend mit, was Sie wegen Aufarbeitung der Bruchhölzer im Rackschützer Busch veranlaßt haben. Wir nehmen an, daß Sie inzwischen nicht Dominialleute, sondern fremde Arbeiter im Akkord eingestellt haben. Welche Löhne für die Akkordarbeiter zu zahlen sind, ist Ihnen bekannt.
Gleichzeitig bitten wir um umgehende Zusendung eines Materialnachweises für das Wirtschaftsjahr 1931/32 bis zum 31. März. Hochachtungsvoll. Unterschrift.
Alexander Schmidt, 30.6.2004